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24.02.2006; 11:34 Uhr
FIFA will keine weiteren Gespräche über WM-Berichterstattung
Zeitungsverbände sehen Verstoß gegen Vereinbarungen über ungehinderten Informationsfluss

Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) hat die weiteren Gespräche mit den Vertretern von Zeitungen und Nachrichtenagenturen über die FIFA-Richtlinien abgebrochen, deren Akzeptierung Voraussetzung für die Akkreditierung für Journalisten ist. Einer Pressemitteilung der World Association of Newspapers vom 23.2.2006 zufolge will die FIFA es bei den Richtlinien dabei belassen, eine Berichterstattung im Internet mit Bildern von Fußballspielen der WM nur nach Ende der Partien und beschränkt auf fünf Fotos pro Halbzeit und zwei pro Verlängerung einschließlich Elfmeterschießen zuzulassen. Ebenfalls eingeschränkt ist die Art und Weise, wie Fotos in Druckerzeugnissen redaktionell verwendet werden dürfen.

Die WAN sieht in den Regelungen einen Eingriff in die redaktionelle Freiheit und Unabhängigkeit und eine klare Verletzung des Rechts auf Informationsfreiheit. Die Vereinigung kündigte an, rechtliche Möglichkeiten gegen die FIFA zu prüfen sowie die WM-Sponsoren über den Wahrnehmungsverlust ihrer Marken durch die FIFA-Richtlinien zu informieren. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) dringt auf eine Wiederaufnahme der Gespräche: »Unsere Journalisten müssen online ebenso frei und umfassend in Text und Bild berichten können wie in der gedruckten Zeitung«.

Ein Verstoß gegen die Richtlinien zieht den Verlust der Akkreditierung und rechtliche Schritte nach sich. Darüber hinaus erlegt die FIFA den Nachrichtenagenturen die Verantwortung für den Fall auf, dass deren Kunden gegen die Einschränkungen verstoßen oder zu viele Fotos veröffentlichen. Nach Angaben des Weltfußballverbandes sei dies zum Schutz der Verträge mit ihren Lizenznehmern notwendig.

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