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06.12.2006; 09:49 Uhr
RTL hält an Satellitengebühr fest
ARD, Grüne und Verbraucherzentralen begrüßen Abkehr von ProSiebenSat.1, VPRT betont Notwendigkeit der Adressierbarkeit

RTL Television und der Satelliten-Plattformbetreiber SES Astra wollen an ihren Verschlüsselungsplänen für RTL-Pogramme via Satellit festhalten. Dies erklärte der RTL-Sprecher Christian Körner am 5.12.2006 gegenüber »Dow Jones Newswires«. Es gehe weiterhin darum, das Sendesignal vor Piraterie zu schützen und neue digitale Angebote inklusive Pay-TV-Kanälen zu entwickeln. Mit seiner Plattform »Entavio« will SES Astra Angebote wie interaktives Fernsehen, Video on Demand oder Pay per View ermöglichen. Zuvor hatte die ProSiebenSat.1 Media AG erklärt, wegen einer angedrohten Abmahnung seitens des Bundeskartellamts aus dem »Entavio«-Projekt auszusteigen. Letzteres sah in dem gemeinsamen Vorgehen RTLs mit ProSiebenSat.1 eine verbotene Kartellabsprache (siehe Meldung vom 5.12.2006).

Unterdes ist die Entscheidung von ProSiebenSat.1 auf ein geteiltes Echo gestoßen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung begrüßten der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) Edda Müller und ARD-Generalsekretärin Verena Wiedemann die Entscheidung des Kartellamts. »Jetzt hat das frei empfangbare Fernsehen wieder eine Chance«, so Wiedemann. Die Verbraucher seien vor einer erheblichen Mehrbelastung bewahrt worden, ohne einen Mehrwert zu erhalten. Das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe an den audiovisuellen Medienangeboten müsse weiter verfolgt werden. Die medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, Grietje Bettin, pflichtete dem bei und warnte zugleich davor, mit Verschlüsselungsplänen den »gläsernen Zuschauer« zu schaffen. Der Einsatz von digitalen Receivern ermögliche nicht nur den gezielten Einsatz von Werbung, sondern führe vor allem zu einer unzulässigen Datensammlung. Dagegen betonte der Vorsitzende des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT), Jürgen Doetz, dass in der digitalen Welt die Adressierbarkeit zwingende Voraussetzung sei »für neue Geschäftsmodelle als Treiber für eine erfolgreiche Digitalisierung«.

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