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03.06.2001; 16:31 Uhr
EBay Deutschland wegen Verkaufs gefälschter Rolex-Uhren verklagt
Hersteller beruft sich auf Verletzung von Markenrechten - Klage bereits am 25.4.2001

Das Internet-Auktionshaus eBay Deutschland ist wegen des Verkaufs gefälschter Rolex-Uhren verklagt worden. Das geht aus einem Bericht des US-amerikanischen Mutterunternehmens eBay Inc. vom 1.6.2001 an die US-Börsenaufsicht, die U. S. Securites and Exchange Commission (SEC), hervor. Danach hat der Rolex-Hersteller, die schweizerische Montres Rolex SA, Genf, bereits am 25.4.2001 Klage am Landgericht Köln (LG) erhoben. Die Klage richtet sich sowohl gegen die deutsche eBay GmbH in Dreilinden als auch gegen die schweizerische eBay International AG mit Sitz in Bern.

Die Rolex-Hersteller werfen der deutschen eBay-Tochter nach dem Bericht die Verletzung von Markenrechten und unlauteren Wettbewerb vor. Das Auktionshaus müsse dafür Sorge tragen, dass Dritte in Zukunft über die Internetseiten des Unternehmens keine gefäschten Rolex-Uhren mehr anbieten könnten. Neben Unterlassungsansprüchen machen die Eidgenossen auch Schadensersatz geltend. Das US-amerikanische Mutterunternehmen hat gegen die Klage "heftige Gegenwehr" ("vigorous defense") angekündigt.

Die Montres Rolex SA hat ihre Klage vermutlich nicht aus Zufall beim LG Köln eingereicht. Das Gericht hatte im November 2000 bereits dem deutschen Internet-Auktionshaus ricardo.de verboten, private Versteigerungen von gefälschten Rolex-Uhren zuzulassen. Die mit dem Angebot verbundenen Markenrechts-Verstöße seien dem Auktionshaus zuzurechnen, auch wenn die Uhren von Dritten angeboten würden, entschieden die Richter damals. Ricardo bestimme die Laufzeit der Auktion und verdiene mit den Auktionen auch Geld. Auch im Herbst 2000 kamen die Kläger aus der Schweiz.

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