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11.02.2013; 12:37 Uhr
GVU-Analyse: Illegale Film-Angebote im Netz werden immer professioneller
70 Raubkopien-Seiten ermöglichen Zugriff auf über 2 Millionen illegale Filmkopien

Aus einer von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) vorgelegten Analyse geht hervor, dass das Angebot von Raubkopien im Netz in den letzten Jahren immer professioneller und »zu einem Betätigungsfeld profitorientierter Krimineller« geworden ist. Angaben der GVU zufolge wird Internetnutzern aktuell der Zugriff auf mehr als zwei Millionen unautorisierte Dateien mit Spielfilminhalten ermöglicht. Der Einsatz von Anonymisierungsdiensten, im Ausland registrierte Firmengeflechte, das Anmieten von Speicherkapazitäten in Ländern mit unzureichendem Rechtsdurchsetzungsrahmen sowie die Vermietung von Werbeflächen an dubiose Dienstanbieter gehöre zum Standardrepertoire der Seitenbetreiber.

Die Linkanzahl der 16 im Visier der GVU befindlichen aktiven Streaming-Portale hat sich im vergangenen Jahr um durchschnittlich 31 Prozent vermehrt. Die Betreiber illegaler Download-Portale mit externen Online-Speichern steigerten ihr Angebot um 44 Prozent. Insgesamt 51 illegale Streaming- und Download-Portale konnten 2012 abgeschaltet werden. Aktuell seien insgesamt 70 von der GVU beobachtete illegale Online-Portale aktiv.

Mit 27.000 eingetragenen Filmen weist das Streaming-Portal »movie2k« das größte Angebot illegaler Inhalte auf. Zu jedem Film könnten die Nutzer zwischen mehreren Kopien auf bis zu 17 Online-Speicherplätzen - so genannten Streamhostern - wählen. Das Portal komme auf mehr Besucher als das soziale Netzwerk XING. Acht der 54 aktiven Download-Portale ermöglichten Ende 2012 Zugriff auf insgesamt 561.577 illegale Filmdateien in so genannten Tauschbörsen. Das meistbesuchte BitTorrent-Portal »torrent.to« sei angeblich auf Internetrechnern auf den Seychellen gespeichert. Die Informationen zur Identität der Seitenverantwortlichen seien vollständig verdunkelt. Seine Werbeflächen habe das Portal aktuell an einen Zugangsanbieter zum Usenet vermietet, der einem österreichischen Internet-Unternehmer zuzurechnen sei. Diesen hätten mehrere der verurteilten kino.to-Verantwortlichen vor Gericht als Hintermann und Finanzier ihres illegalen Portals benannt.

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