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11.11.2008; 19:29 Uhr
ARD und ZDF gründen gemeinsames Unternehmen zur Vermittlung von TV-Werbung
Wegen der Notwendigkeit der Einnahmen könne nicht freiwillig auf Werbung verzichtet werden.

Entgegen dem Vorschlag von EU-Medienkommissarin Viviane Reding an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, freiwillig auf Werbung zu verzichten und damit im Streit um den »öffentlichen Mehrwert« ihrer Angebote ein Zeichen zu setzen, werden ARD und ZDF künftig die Werbezeiten gebündelt vermitteln. Das kündigten die beiden Vermarktungsunternehmen der Rundfunkanstalten, ARD-Werbung SALES & SERVICES GmbH (AS&S) und ZDF Werbefernsehen, am 10. November 2008 in einer gemeinsamen Pressemitteilung an. Zum 1. Dezember 2008 wird die ARD & ZDF Fernsehwerbung GmbH ihren Betrieb aufnehmen und für beide Sender gemeinsam TV-Werbung anbieten. Dies sei schon lange eine Forderung des Marktes, so Uwe Esser, Direktor TV-Vermarktung von AS&S.

Nach Ansicht von Reding vermeide ein Rundfunkangebot, das sich ausschließlich über Gebühren finanziert, den Verdacht, kommerzielle Interessen zu verfolgen und daher Medienlandschaft und Wettbewerb zu verzerren. Vorbilder für einen Werbeverzicht können die britische BBC oder Frankreich sein, wo es ab 2011 keine Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk mehr geben soll. Als Gegenargument führten die Rundfunkanstalten einem Bericht der »Financial Times Deutschland« zufolge die Notwendigkeit von Werbeeinnahmen für ihre Finanzierung an. Im Falle des ZDF machten die Einnahmen aus TV-Werbung derzeit sechs Prozent des Etats aus. Im Gegenzug zu einem Wegfall dieser Einnahmequelle müssten die Rundfunkgebühren um etwa 1,40 EUR angehoben werden.

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