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07.04.2006; 16:48 Uhr
Hansenet will Zugang zu Infrastruktur der Telekom erzwingen
Bundesnetzagentur soll Aufbau eines eigenen VDSL-Netzes ermöglichen

Der Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen Hansenet will die Bundesnetzagentur einschalten, um sich Zutritt zu den im Eigentum der Deutschen Telekom stehenden Kabelrohren für den Aufbau eines eigenen schnellen Glasfaserkabelnetzes für VDSL-Anschlüsse in Hamburg zu verschaffen. Da diesbezügliche Gespräche mit der Telekom erfolglos verlaufen seien, will Hansenet einem Bericht der »Financial Times Deutschland« vom 6.4.2006 zufolge Beschwerde bei der Regulierungsbehörde einlegen, um so eine Verfügung zu erwirken. Hansenet-Chef Harald Rösch begründete diesen Schritt der Zeitung gegenüber damit, dass die vorhandenen Telekom-Rohre und -Leitungen größtenteils noch aus Bundespost-Zeiten stammten, weshalb sie diese mit Monopolgewinnen finanzierte Infrastruktur öffnen müsse.

Hansenet sieht sich zu dem Aufbau eines solchen eigenen VDSL-Netzes gezwungen, da die Telekom ihr ebenfalls im Entstehen begriffenes Netz nicht für Wettbewerber öffnen will. Der Gesetzentwurf zur Novellierung des Telekommunikationsgesetzes sieht eine entsprechende Neuregelung vor, die die Telekom von einer Regulierung ausnehmen könnte. Dies ist jedoch insbesondere auch bei der Europäischen Kommission auf Kritik gestoßen und hat zu deren Androhung geführt, ein Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten, sollte es dabei bleiben (siehe hierzu unter anderem Meldungen vom 14.3.2006 und 9.3.2006).

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