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17.02.2015; 21:11 Uhr
USA: Programmierer von Megaupload zu einem Jahr und einem Tag Freiheitsstrafe verurteilt
Andrus Nomm wurde wegen Verschwörung zu strafrechtlich relevanter Copyright-Verletzung für schuldig erklärt

Andrus Nomm, ein früher bei dem Online-Speicherdienst »Megaupload« angestellter Programmierer, wurde am 13. Februar 2015 von einem Bundesbezirksrichter in Virginia zu einem Jahr und einem Tag Freiheitsstrafe verurteilt. Wie das US-Justizministerium meldet, hatte sich Nomm freiwillig den US-Behörden gestellt und sich schuldig bekannt, selbst Material von »Megaupload« heruntergeladen zu haben und somit das Urheberrecht verletzt zu haben. Er habe gewusst, dass bei »Megaupload« illegale Kopien von Filmen und Fernsehserien aus den USA gespeichert würden. Weiter stimmte er zu, dass die »Mega Verschwörung« durch ihre kriminelle Verhaltensweise Rechteinhabern einen Schaden von über 400 Millionen US-Dollar verursacht hat. Er bestätigte, dass die Gruppe hierdurch mindestens 175 Millionen US-Dollar eingenommen habe. Von dem Jahr 2007 bis zu seiner Verhaftung im Januar 2012 sei er als Programmierer für die »Mega Verschwörung« tätig gewesen. Im Gegenzug gegen dieses Geständnis empfahl die Staatsanwaltschaft die von dem Bundesbezirksrichter in Virginia verhängte Strafe.

Nomm war im Januar 2012 in den Niederlanden festgenommen worden. Wie Torrentfreak berichtet, hatte der Programmierer auf eine Verhandlung über seine Auslieferung in die USA verzichtet und war in die USA gereist, um dort den Deal mit der Staatsanwaltschaft zu schließen. Ira Rothken, der Anwalt von »Megaupload«, geht gegenüber Torrentfreak davon aus, dass die US-Behörden die Situation Nomms ausgenutzt hätten. Er sei als im Ausland lebender Este verletzlich gewesen. Außerdem sei er in Geldnöten gewesen und hätte seinen Sohn nicht sehen können. Kim Dotcom, der Gründer von Megaupload, twitterte, dass ein unschuldiger Programmierer drei Jahre lang von der US-Staatsanwaltschaft unter Druck gesetzt worden sei. Er habe nichts als Mitgefühl und Verständnis für A. Nomm und hoffe, dass er bald wieder mit seinem Sohn vereint sein werde.

Leslie R. Caldwell, Abteilungsleiterin im US-Justizministerium, feiert das Urteil dagegen als einen signifikanten Schritt vorwärts im größten strafrechtlichen Copyright-Prozess der US-Geschichte.  

 

 

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[IUM/kr]

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