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17.10.2017; 21:49 Uhr
Klage gegen »Researchgate« wegen Zweitveröffentlichungen wissenschaftlicher Publikationen
Fachverlage wollen Inhalte stärker kontrollieren

Der wissenschaftliche Fachverlag Elsevier und die Fachgesellschaft American Chemical Society haben Medienberichten zufolge Klage vor einem deutschen Landgericht gegen die Plattform »Researchgate« eingereicht. Der Vorwurf lautet, dass »Researchgate« in großem Umfang Urheberrechte missachte. Die Verlage sprechen von »millionenfach« unerlaubten Zweitveröffentlichungen. Einer Meldung von »irights« zufolge, sei es Ziel der Klage, »unerlaubtes Hosten von Artikeln durch Researchgate abzustellen und zudem eine grundsätzliche Haftung des Dienstes auf Schadensersatz feststellen zu lassen«.

»Reasearchgate« ermöglicht es Wissenschaftlern, ihre Publikationen und aktuellen Fachartikel öffentlich zugänglich zu machen und mit anderen Wissenschaftlern zu teilen. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin verlasse sich bislang auf die Zusicherung seiner Nutzer, über alle nötigen Rechte zu verfügen, wenn sie eigene Artikel hochladen. »Oftmals haben die Forscher die Verwertungsrechte jedoch exklusiv an Verlage abgetreten«, skizziert »irights« die rechtliche Problematik. Neben den gesetzlichen Regelungen zum Zweitveröffentlichungsrecht sind in jedem Einzelfall unterschiedliche »Hausregeln« der Verlage sowie Verlagsverträge oder Open-Access-Lizenzen zu prüfen. Eine Stellungnahme von »Researchgate« liegt noch nicht vor. 

Dokumente:

[IUM/ct]

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