Institut für Urheber- und Medienrecht

28.04.2009; 17:04 Uhr
Hauptsacheverfahren im Rechtsstreit um »Real DVD« beginnt
Filmstudios sehen in der Funktionsweise der Software eine unerlaubte Umgehung des Kopierschutzes

Nachdem der Verkauf der DVD-Kopier-Software »Real DVD« im Oktober 2008 durch gerichtliche Anordnung vorläufig untersagt worden war (vgl. Meldung vom 6. Oktober 2008), beginnt nun das Hauptsacheverfahren im Rechtsstreit zwischen dem Unternehmen Real Networks und mehreren Hollywood-Studios vertreten durch die Motion Picture Association of America (MPAA).

Das Programm »Real DVD« ermöglicht Nutzer das Kopieren einer Video-DVD auf die lokale Festplatte eines PCs oder Notebooks, um den jeweiligen Film anschließend ohne Einlegen des Datenträgers abspielen zu können. Dabei wird die Datei während des Kopiervorgangs mit einer Verschlüsselung versehen, um eine unerlaubte Weitergabe zu verhindern. Gleichzeitig wird bei diesem Vorgang die auf den meisten Video-DVDs enthaltene CSS-Verschlüsselung durch »Real DVD« umgangen.

Das Gericht muss sich nun mit der Frage beschäftigen, ob das Entschlüsseln bei anschließender Verschlüsselung der Inhalte einen Verstoß gegen die entsprechenden Regelungen des »Digital Millennium Copyright Act« (DMCA) darstellt und ob der allgemeine »fair use«-Grundsatz des US-amerikanischen Copyright, der Nutzern die Anfertigung von Kopien eigener Werkexemplare gestattet, bei Kopierschutzmaßnahmen von den Vorschriften DCMA überdeckt wird.

Dabei führt Real Networks zu seiner Verteidigung an, dass zahlreiche DVDs der großen Hollywod-Studios mittlerweile mit dem Feature »Digital Copy« ausgestattet seien, das Nutzern von vorneherein die Möglichkeit gibt, Filme auf ihren PC oder mobilen Videoplayer zu überspielen. Durch eine Berufung der Studios auf urheberrechtliche Bestimmungen versuchten diese lediglich, ihre eigene Marktposition zu stärken, so die Argumentation von Real Networks.

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[IUM/bs]

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