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15.11.2013; 15:12 Uhr
Streit um »Google Books«: Erste Runde geht an Google
Autorenvereinigung kündigt Berufung an

Der Internetriese Google geht als Sieger aus dem 8 Jahre andauernden Prozess (vgl. Meldung vom 31. Juli 2012) gegen die US-Autorenvereinigung Authors Guild heraus. Ein US-Bezirksgericht erklärte nun den Online-Dienst »Google Books«, mit dem Google Bücher scannt, digitalisiert und auszugsweise online bereitstellt, für zulässig. Onlinemeldungen zufolge erklärte Richter Denny Chin, »Google Books« verletze zwar auf den ersten Blick das Urheberrecht, sei aber letztlich durch die »Fair Use«-Doktrin geschützt. Die Gegenseite zeigt sich von der Entscheidung enttäuscht und hat bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. »Die erste Runde geht an Google. Wir planen aber, die Entscheidung anzufechten«, so Paul Aiken, Geschäftsführer der Authors Guild laut »Spiegel Online«.

Im Jahr 2005 verklagte die Autorenvereinigung Google auf Schadensersatz von bis zu 4 Milliarden Dollar in der Überzeugung, dass das Angebot gegen das Copyright verstößt. Nachdem das »Google Book Settlement« im März 2011 gescheitert war (vgl. Meldung vom 23. März 2011), da die ungenehmigte Digitalisierung ganzer Werke in den Augen des New Yorker Bezirksgerichts zu einem signifikanten Wettbewerbsvorteil führe und Richter Chin den Vergleichsentwurf für »nicht fair, nicht angemessen und nicht vernünftig« hielt, blieben weitere Einigungsversuche ohne Ergebnis (vgl. Meldung vom 14. Dezember 2011).  

Richter Chin folgte in dem ergangenen Urteil dem Grunde nach der Argumentation von Google. »Meiner Meinung nach hat ›Google Books‹ erhebliche Vorteile für die Allgemeinheit. Es beschleunigt die Fortschritte in Kunst und Wissenschaft, während es gleichzeitig die Rechte von Autoren und anderen Kreativen berücksichtigt.« »Google Books« kopiere die Werke nicht, vielmehr habe der Dienst etwas Neues erschaffen, indem er den ›Text zum Einsatz in der Forschung in Daten verwandelt‹, so die Urteilsbegründung. Die Autoren würden sogar von der Digitalisierung profitieren. Durch die Datenbank würden sich für Autoren und Verlage neue Einnahmequellen und Leser eröffnen. Alte Bücher würden vor dem Vergessen bewahrt. 

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