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12.01.2015; 12:04 Uhr
MPAA plant Klagen gegen Piraterie-Seiten-Webhoster
US-Filmindustrie hat sowohl amerikanische als auch ausländische Webhoster im Visier - explizit wird der holländische Service »LeaseWeb« erwähnt

Nachdem Mitte Dezember 2014 Informationen hinsichtlich der Anti-Piraterie-Strategie der Motion Picture Association of America (MPAA) durchsickerten, kommen nun weitere Details an die Öffentlichkeit. Während sich der Fokus der MPAA gegen File-Hoster und Streaming-Seiten richtet, wurde nun eine E-Mail des US-Filmindustrieverbands an die Führungsetagen der Filmstudios bekannt, wonach auch die Webhoster hinter diesen Seiten verklagt werden sollen. Explizit genannt wird einem Bericht von »TorrentFreak« vom 9. Januar 2015 zufolge der niederländische Webhoster »LeaseWeb«. Dieser zeigte sich dem Blogdienst gegenüber überrascht. 

Ein Vorgehen gegen bestimmte US-Webhoster wird von der MPAA ebenfalls als Option angeführt, soweit sich diese als unkooperativ und »widerspenstig« erweisen. Eine Maßnahme soll hierbei sein, die Provider, die hohe Einnahmen durch das Hosten von Piraterie-Seiten erzielen, ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und damit unter Druck zu setzen. Die MPAA will ihnen Geldwäsche und Beihilfe zur Begehung von Urheberrechtsverletzungen vorwerfen.

Die Erfolgsaussichten der Strategie sind jedoch ungewiss. Wie »TorrentFreak« berichtet, ist sich die MPAA der Unterstützung der US-Regierung aufgrund der Schwierigkeiten, die der Fall rund um »Megaupload« mit sich bringt, nicht gewiss. Bisher wurden keine Klagen gegen Webhoster eingereicht. Ob es hierzu kommt hängt laut »TorrentFreak« auch davon ab, ob und inwieweit die Filmstudios das Vorgehen finanziell unterstützen. 

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