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13.08.2010; 16:18 Uhr
Google und Verizon entfachen Netzneutralitätsdebatte
Unternehmen schlagen Ausnahmen vom offenen Internet bei mobilen und zukünftigen Internetangeboten vor

Ein Positionspapier der IT-Unternehmen Google und Verizon, welches im Zusammenhang mit der Diskussion um künftige Rahmenbedingungen für das Internet veröffentlicht wurde, hat erneut eine Debatte zur Netzneutralität entfacht. Stein des Anstoßes ist eine Passage in dem gemeinsamen Statement, die Vorschläge zu Abweichungen von dem Grundsatz der Netzneutralität enthält. Nach der Vorstellung von Google und Verizon sollen bei mobilen und zukünftigen Internet-Diensten Ausnahmen vom Prinzip der Gleichbehandlung von Daten im Internet gemacht werden können. Adressat der Vorschläge ist in erster Linie die US-amerikanische Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC), welche die laufenden Verhandlungen in Reaktion auf das Papier nach Berichten von »Spiegel Online« abgebrochen hat.

Im Bereich der mobilen, vor allem über Smartphones nutzbaren, Internetdienste bildet sich laut Positionspapier ein wettbewerbsintensiver, sich ständig wandelnder Markt, weswegen die Prinzipien des kabelgebundenen Internet mit Ausnahme des Transparenzgrundsatzes nicht auf kabellose Breitbandnetze zu übertragen seien. Konkrete Ausführungen dazu, welche zukünftigen Dienstleistungen anders behandelt werden sollen, machte Verizon-Chef Ivan Seidenberg. Er nannte nach Angaben von »Spiegel Online« als Beispiel virtuelle 3D-Konzertaufführungen der New Yorker Oper.

Auch in Deutschland begrüßen z.B. die Kabelnetzbetreiber neue Regeln für das Netz, wie »Heise Online« berichtet. Der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V. (ANGA) und der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (Breko) befürworten eine stärkere Kostenbeteiligung an der von ihnen aufgebauten Netzinfrastruktur seitens der Anbieter, die besonders von ihr profitierten, wie z.B. YouTube.

Aufweichungen der Netzneutralität führen aus Sicht der Kritiker dazu, das bestimmte Dienste in Zukunft schneller funktionieren werden, als nicht bevorzugte und kleine Anbieter nicht mehr oder schwerer im Markt Fuß fassen können.

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