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22.05.2006; 13:39 Uhr
Premiere geht auf Konfrontationskurs mit DFL und Arena
Kofler bekräftigt Absicht, Bundesligaspiele per IP-Standard auch über Satellit und Kabel zu verbreiten

Der Streit um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga geht in eine weitere Runde. Premiere werde die Fußball-Bundesliga nicht nur über das Internet, sondern auch über Kabel und Satellit im IP-Standard übertragen, betonte der Vorstandsvorsitzende des privaten Pay-TV-Senders Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG (Premiere), Georg Kofler, am 22.5.2006 gegenüber »Reuters Deutschland«. Der Sender und die Deutsche Telekom haben sich am vergangenen Freitag auf eine Kooperation geeinigt, nachdem die Telekom die entsprechenden Rechte zuvor von der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) erworben hatte. Mittels einer Set-Top-Box sollen die derart gesendeten Signale letztlich wieder auf dem Fernsehbildschirm empfangbar sein.

Diese Ankündigung steht in vollem Widerspruch zu einer Stellungnahme der DFL vom 19.5.2006, wonach die geplante Zusammenarbeit im Medium Internet zulässig sei, solange sie ausschließlich über die Breitbandnetze der Deutschen Telekom stattfinde. »Die herkömmliche TV-Verbreitung über Kabel und Satellit ist somit ausgeschlossen«, so Christian Pfennig, Pressesprecher der DFL. Genauso sieht es laut einem Bericht bei »Digital Fernsehen« vom 22.5.2006 Christoph Bellmer, Vertriebschef der Arena Sport Rechte und Marketing GmbH (Arena), die die Fernsehrechte erworben hatte. Zugleich will Arena dem Bericht zufolge auf EU-Ebene gegen die Pläne von Premiere und Telekom mit einer Beschwerde vorgehen. Nach Ansicht des Unternehmens drohe durch den Netzbetreiber Telekom mit seinem »VDSL«-Glasfaserkabel und dem bislang marktbeherrschenden Bezahlfernsehanbieter Premiere ein mächtiges Oligopol, das andere Marktteilnehmer nach Belieben diskriminieren könne.

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