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24.03.2010; 20:22 Uhr
Eco lobt effektive Durchsetzung von Urheberrechten in Deutschland
»Three Strikes-Modell« nicht notwendig

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. (eco), hat die Durchsetzung von Urheberrechten in Deutschland als im internationalen Vergleich besonders effizient dargestellt. Da seit der Einführung des zivilrechtlichen Auskunftsanspruches die Internetprovider inzwischen hunderttausende IP-Adressen an Rechteinhaber offen gelegt haben, seien Sanktionen wie das zurzeit diskutierte »Three Strikes-Modell« nicht geboten. Außerdem weist eco in seiner Presseerklärung auf das Marktpotential des Internets hin. 2009 habe die deutsche Musikindustrie bereits 31 Prozent ihres Umsatzes im Internet erwirtschaftet.

Schärfere gesetzliche Regelungen fordern hingegen der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland e.V. (IVD), der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., die FFA und weitere Verbände für den Fall, dass keine deutliche Verringerung von Rechtsverstößen im Internet gelingt. In der am 22. März 2010 vorgestellten Broschüre »Rechtsverstöße im Internet« erläutert der ebenfalls beteiligte Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte e.V. (GDM), dass die Umsätze im Musikmarkt, bezogen auf die Endverbraucherpreise, von 2,63 Milliarden Euro in 2000 auf 1,575 Milliarden Euro in 2008 zurückgegangen seien. Laut einer von der Internationalen Handelskammer (International Chamber of Commerce, ICC) in Auftrag gegebenen Studie bedroht die Internetpiraterie in den nächsten fünf Jahren bis zu 1,2 Millionen Arbeitsplätze in Europa, wie die Nachrichtenagentur »pressetext« berichtete.

Nach Angaben der Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), der am 24. März 2010 die Musikmarktzahlen für 2009 vorlegte, befindet sich die Musikindustrie 2009 weiter auf Konsolidierungskurs. BVMI-Geschäftsführer Stefan Michalk erklärte: »Die deutschen Musikfirmen haben erfolgreich in die digitale Zukunft investiert, ohne den physischen Markt zu vernachlässigen«.

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