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24.04.2007; 17:47 Uhr
GEMA: Umsatzsteigerung in 2006, aber Rückgang bei Onlineverwertung von Musik
GVU ändert 2006 Strategie und nimmt Quellen illegaler Vertriebsnetze bei Urheberrechtsverletzungen ins Visier

Mit einer Ertragssteigerung um 2,6 Prozent erzielt die die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) im Jahr 2006 einen Gesamtertrag für Rechteinhaber aus aller Welt in Höhe von 874,4 Mio. EUR. Verbunden mit einer erhöhten Effizienz der internen Verwaltung erreicht die Verwertungsgesellschaft die bislang höchste Verteilungssumme von 752,7 Mio. EUR für die von ihr vertretenen Rechteinhaber. Zu diesem Ergebnis nicht beitragen konnten jedoch der Tonträgermarkt sowie die Musikdistribution im Internet (Downloads und Ruftonmelodien). Bei ersterem sanken die Einnahmen um 16,8 Mio. EUR, bei zweiterer um 2 Mio. EUR, wobei jedoch aufgrund von Schiedsverfahren für die Ruftonmelodieverwertung 6,3 Mio. EUR und für die On-Demand-Nutzung 2,5 Mio. EUR auf Sperrkonten hinterlegt sind. Die GEMA forderte die Internet-Anbieter von Musikdiensten sowie Share-hoster und Usenet-Access-Provider dazu auf, urheberrechtliche Lizenzverträge für die Nutzung des GEMA-Repertoires abzuschließen. Aufgefangen werden konnten diese Rückgänge durch Einnahmesteigerungen bei Rundfunk und Fernsehen (+3,63 Prozent) und durch Musikveranstaltungen (+3,6 Prozent), wobei sich bei letzteren die vermehrten öffentlichen Wiedergaben im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland niederschlugen.

Ebenfalls ihren Jahresbericht vorgelegt hat die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU). Mit 1.843 Verfahren in 2006 veranlasste sie zwar rund 700 weniger gegenüber dem Vorjahr. Dies führte sie jedoch auf ihr »qualifiziertes Vorgehen« zurück, bei dem sie auf die Quellen illegaler Vertriebsnetze abzielte, d. h. solche Personen, die die Vorlagen erstellen, den Vertrieb über das Internet organisieren oder hierfür die Infrastrukturen bereitstellen. Dies habe zur Folge gehabt, dass die Anzahl der strafrechtlichen Verfahren, die mit einer Verurteilung des Täters abgeschlossen wurden, um etwa 20 Prozent gesteigert werden konnte.

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