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19.01.2009; 12:56 Uhr
Isle of Man will Kulturflatrate erproben
Pauschalabgabe auf Internet- und Mobilfunkanschlüsse soll auch Tauschbörsennutzung erfassen

Mit einer monatlichen Zusatzgebühr für Internetanschlüsse und Mobiltelefone will die Isle of Man eine Vorreiterrolle einnehmen und als erstes Land das unter dem Begriff »Kulturflatrate« diskutierte Modell einer pauschalen Lizenz für private Musikdownloads einführen. Wie ein Ron Berry, ein Vertreter des Finanzministeriums der Isle of Man, auf der Musikmesse MIDEM in Cannes ankündigte, gebe es bereits seit einem Jahr Verhandlungen mit Internet- und Mobilfunkanbietern. Die Regierung der autonomen britischen Insel hoffe nun auf Zustimmung und Kooperationsbereitschaft von Seiten der Rechteinhaber.

Mit der geplanten Abgabe, die als Teil der Grundgebühr für Internet- bzw. Mobilfunknutzung durch die Provider erhoben werde, soll sämtliche private Musiknutzung abgegolten sein, etwa auch bislang illegale Downloads über Filesharing-Plattformen oder andere Internet-Quellen, so Berry. Ansatz soll damit nicht die Bekämpfung von Internet-Piraterie, sondern ihre Einbeziehung in das Vergütungssystem sein. Wesentliche Voraussetzung für die Einführung der Nutzungsgebühr sei eine umfassende Internetabdeckung. Diese beträgt auf der Isle of Man mit ihren knapp 80.000 Einwohnern 100 Prozent.

Von der Musikindustrie wurde der Ankündigung Berrys überwiegend positiv aufgenommen. Geoff Taylor von der British Phonographical Industry (BPI) erklärte, ein Großteil der momentanen Probleme illegaler Musiknutzung könnte durch flexible Lizenzmodelle gelöst werden. Dies erfordere jedoch auch eine Bereitschaft der Internet-Provider, wie sie nun bei den Anbietern auf der Isle of Man offenbar vorliegt.

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