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15.07.2014; 09:36 Uhr
USA: US-Musikverlag droht Verwertern mit Abzug aller Rechte
Nächste Runde im Streit um digitale Lizenzvergabe

»Die digitale Lizenzvergabe soll in den Händen der Verleger liegen.« Dies fordern die großen US-Musikverlage Universal Music Publishing Group (UMPG) und Sony/ATV schon seit geraumer Zeit. In einem Schreiben an zehntausende Sony/ATV-Songwriter hat Martin Bandier, Sony/ATV-Chairman und CEO, nun Onlinemeldungen zufolge angekündigt, sämtliche Rechte von den Verwertungsgesellschaften BMI und ASCAP abziehen zu wollen, falls auf die Bedürfnisse der Verleger nicht eingegangen werden sollte.

Ende 2013 mussten UMPG und Sony/ATV eine Niederlage vor dem ASCAP Rate Court hinnehmen. Die Schiedsstelle - vergleichbar mit der Schiedsstelle beim DPMA - hatte damals entschieden, dass Musikverlage ihre digitalen Lizenzen nicht direkt mit den Lizenznehmern verhandeln können, während sich die Verwertungsgesellschaften weiterhin um die übrigen Lizenzen kümmern. Verwertungsgesellschaften können demnach entweder ganz oder gar nicht mit der Lizenzierung ihrer Werke beauftragt werden - »Rosinenpicken sei nicht erlaubt« (vgl. Meldung vom 3. Februar 2014).

Nun könnte der Streit um das digitale Musikgeschäft in die nächste Runde gehen. UMPG erstelle bereits eine Datenbank, die den gesamten Katalog des Verlegers online einsehbar macht, so »musikmarkt«. Auch Sony/ATV soll an einer solchen Datenbank arbeiten. Es bleibt abzuwarten, ob, angesichts dieser Entwicklungen, die Schiedsstelle im Falle einer Berufung ihre Entscheidung überdenken wird.

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