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19.07.2016; 21:49 Uhr
Italien: Gericht verurteilt Streamingplattform zu 12 Millionen Euro Schadensersatz
Takedown-Hinweise ohne URLs ausreichend

Ein römisches Gericht hat mit Entscheidung vom 15. Juli 2016 den inzwischen eingestellten Streamingdienst »Megavideo« zur Zahlung von 12 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt. Die beim Prozess nicht anwesenden Verantwortlichen von »Megavideo« seien schuldig, mehr als 266 Programmstunden des italienischen Fernsehsenders Reti Televisive Italiane (RTI) illegal verbreitet zu haben. 

Wie »IPKitten« meldet, schlossen die Richter eine Berufung auf das Haftungsprivileg für Provider aus, da »Megavideo« die Videos redaktionell sortiert sowie Werbung und Premium-Abos angeboten habe. »Megavideo« sei demach kein »passiver« Online-Streamingdienst. Vielmehr beute der Dienst die von Dritten angebotenen Inhalte bewusst aus.

Der italienische Fernsehsender RTI hatte geklagt nachdem »Megavideo« sich geweigert hatte auf Hinwiese des Senders zu reagieren und die illegalen Inhalte zu löschen. Die Takedown-Hinweise von RTI enthielten nur die Namen der zu löschenden Sendungen, nicht aber URLs zu konkreten Videos. Das Gericht hielt jedoch die übermittelten Informationen für ausreichend. 

»Megavideo« war eine Streamingplattform unter dem Sharehoster »Megaupload«, der von Kim Dotcom gegründet worden war. Der Dienst wurde 2012 geschlossen und Kim Dotcom in Neuseeland verhaftet. Dieser wehrt sich derzeit vor Gericht gegen die drohende Auslieferung an die USA. Dort soll er wegen Urheberrechtsverletzung verantwortlich gemacht werden.

Dokumente:

[IUM/ct]

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