GEMA v. OpenAI — Dogmatik, Rechtsvergleich und Dreistufentest
Tim W. Dornis (Hannover/NYU), Jane Ginsburg (Columbia) und Nicola Lucchi (UPF Barcelona) nehmen in der Juristenzeitung (JZ) das Urteil des LG München I vom 11. November 2025 in der Rechtssache GEMA v. OpenAI zum Ausgangspunkt einer dogmatischen, rechtsvergleichenden und international-urheberrechtlichen Analyse.
Dogmatisch beleuchten sie das Verhältnis von urheberrechtlichem Vervielfältigungsbegriff, der technischen Funktionalität von KI-Modellen und dem Phänomen der »Memorisierung« im europäischen Recht. Rechtsvergleichend ziehen sie Linien zum US-Recht, insbesondere zu den fair use-Entscheidungen in Kadrey v. Meta und Bartz v. Anthropic. Und für das internationale Urheberrecht weisen sie auf die bislang wenig erörterte Frage der Bedeutung des Drei-Stufen-Tests hin. Das Urteil ist dem Befund der Autor*innen zufolge im Grundsatz zutreffend, lässt jedoch Fragen offen, die in vielfacher Hinsicht weiter analysiert werden müssen. Das Berufungsverfahren vor dem OLG München ist anhängig.
Der Aufsatz erscheint in Heft 6/2026 der JZ. Eine free-access-Version ist über Mohr Siebeck zugänglich.
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