Institut für Urheber- und Medienrecht

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30.04.2008; 09:12 Uhr
Handy-TV via DMB vorerst gescheitert
MFD stellt Vermarktung ein und gibt Sendelizenzen zurück

Die Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH (MFD) hat die Vermarktung seines Handy-TV-Angebots »Watcha« für den Übertragungsstandard DMB eingestellt. Diese meldete »Digitalfernsehen.de« am 28.4.2008. Wie dasselbe Medium einen Tag später berichtet, kann MFD die DMB-Frequenzen auch nicht zur Erprobung neuer Medien- und Datendienste weiternutzen, denn die Landesmedienanstalten sollen den Mobile-TV-Provider aufgefordert haben, die Sendelizenzen bis Ende April 2008 zurückzugeben. Wie »heise online« jedoch am 30.4.2008 einen Sprecher der Arbeitsgruppe der Landesmedienanstalten (ALM) zitiert, hat MFD aber selbst freiwillig die Rückgabe der Lizenzen angeboten.

Damit ist das Projekt, Handy-TV im DMB-Standard auf dem deutschen Markt zu etablieren, vorerst gescheitert. Als Grund gab das Unternehmen laut »Digitalfernsehen.de« die mangelnden kommerziellen Perspektiven an, sowohl hinsichtlich der fehlenden Vielfalt bei den Empfangsgeräten als auch wegen der geringen Akzeptanz bei den Nutzern. Darüber hinaus sei durch das eindeutige Votum der Europäischen Kommission für den konkurrierenden Übertragungsstandard DVB-H nicht zu erwarten, dass weitere Frequenzkapazitäten für DMB freigegeben werden würden, was Voraussetzung gewesen wäre, um das Programmangebot zu vergrößern und somit für die Nutzer attraktiver zu gestalten. Ende November 2007 hatten die für Telekommunikation zuständigen Fachminister der Mitgliedstaaten den Vorschlag von der EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, gebilligt, den DVB-H -Standard in das offizielle EU-Verzeichnis der Normen aufzunehmen, wodurch alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet werden, die Verwendung dieses Standards zu fördern (siehe Meldung vom 30.11.2007).

Damit ist MFD nicht ganz aus dem Geschäft für »Handy-TV«-Angebote. Jedoch ist die Gesellschaft nur noch mittelbar an dem zukünftigen Angebot im Konkurrenzstandard DVB-H beteiligt. Denn MFD hat seine Anteile an Mobile 3.0, das für die DVB-H-Frequenzen den Zuschlag von den Landesmedienanstalten erhalten hatte, an seinen eigenen Neugesellschafter, der MIH Germany B.V., übertragen (siehe aktualisierte Meldung vom 24.4.2008).

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